Performance Controlling für aktivgemanagte Multi Asset Fonds – Konzepterarbeitung am Beispiel der Fondsfamilie Leipziger Vermögensstrategie
- ie vorliegende Bachelorarbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung eines Konzepts zum Performance Controlling für aktiv gemanagte Multi-Asset-Fonds am Beispiel der Fondsfamilie „Leipziger Vermögensstrategie“. Im Zentrum steht die Frage, wie sich die Qualität des Fondsmanagements mithilfe geeigneter Steuerungsgrößen, Benchmarks und Attributionsanalysen valide erfassen und transparent darstellen lässt.
Ausgangspunkt ist die theoretische Fundierung durch die moderne Portfoliotheorie nach Markowitz (1952) sowie durch zentrale Modelle der Performancemessung, wie Sharpe Ratio, Treynor Ratio und Jensen’s Alpha. Diese Kennzahlen ermöglichen eine risikoadjustierte Bewertung von Fondsrenditen und dienen als Grundlage für den Vergleich mit relevanten Benchmarks. Ergänzt wird dieser Ansatz durch die Performanceattributionsanalyse nach Brinson et al. (1986), welche die aktive Rendite in Allokations-, Selektions- und Interaktionseffekte zerlegt und damit die Managementleistung differenziert messbar macht. Zudem werden regulatorische Rahmenbedingungen wie MiFID II, PRIIPs und die Offenlegungsverordnung (SFDR) berücksichtigt, die die Anforderungen an Transparenz und Vergleichbarkeit wesentlich prägen.
Methodisch kombiniert die Arbeit quantitative Simulationen von Kennzahlen und Attributionsanalysen mit einer qualitativen Fallstudienbetrachtung der Sparkasse Leipzig. Die Untersuchung der drei Fondsvarianten Substanz, Balance und Potenzial zeigt, dass insbesondere die Qualität der Titelselektion ein zentraler Erfolgsfaktor für die Fondsperformance ist, während taktische Allokationsentscheidungen teilweise Schwächen aufweisen. Zudem wird deutlich, dass die Wahl und Anpassung geeigneter Benchmarks entscheidend ist, um die Managementleistung zutreffend einordnen zu können.
Auf Basis der theoretischen und praktischen Erkenntnisse entwickelt die Arbeit ein Konzept für ein Performance Controlling, das sowohl quantitative Kennzahlen als auch qualitative Aspekte der Investmentphilosophie und ESG-Kriterien integriert. Dieses Konzept unterstützt nicht nur die interne Steuerung der Fonds, sondern auch die externe Kommunikation gegenüber Anlegern und Regulatoren. Es leistet somit einen Beitrag zur nachhaltigen Professionalisierung des Fondsmanagements.
Zusammenfassend zeigt die Arbeit, dass ein fundiertes Performance Controlling Transparenz schafft, die Wettbewerbsfähigkeit aktiv gemanagter Multi-Asset-Fonds stärkt und eine evidenzbasierte Grundlage für Managemententscheidungen liefert. Für die Sparkasse Leipzig bedeutet dies die Möglichkeit, die Qualität ihrer Fondsprodukte klarer herauszustellen und sich im Wettbewerb mit passiven Anlagestrategien wie ETFs besser zu positionieren.